Zertifizierte Dysplasiesprechstunde

Dysplasien sind Zellveränderungen an bestimmten Stellen unseres Körpers. Eine Dysplasie ist keine bösartige Erkrankung (Krebs), jedoch kann sich aus einer Dysplasie im Laufe vieler Jahre eine Krebsvorstufe, selten auch Krebs entwickeln. Meist bilden sich Dysplasien aber schon vorher wieder zurück.
In unserer zertifizierten Dysplasiesprechstunde führen wir spezielle Untersuchungen insbesondere bei auffälligen Abstrichen vom Muttermund (PAP-Abstrich, s.u.!) durch. Auch Veränderungen der Scheide oder der Schamlippen können besser beurteilt werden. So läßt sich sicherer beurteilen, ob die Gefahr für die Entwicklung einer Krebsvorstufe besteht. Häufig können operative Eingriffe vermieden werden.


Die Untersuchung
Zusätzlich zur Entnahme eines Vorsorgeabstriches, wird eine Videokolposkopie des Muttermundes (Portio) durchgeführt. Hierbei können Dysplasien nach entsprechender Färbung in Vergrößerung gesehen und beurteilt werden. Wenn nötig, kann die Entnahme einer Probe in örtlicher Betäubung weitere Sicherheit geben.

Die Beratung
Bei der ausführlichen Beratung werden die Ergebnisse der oben beschriebenen Untersuchungen erklärt. Abhängig davon wird das weitere Vorgehen besprochen.

Therapie
Da sich Dysplasien häufig von selbst zurückbilden, kann es ausreichen, regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Selten ist es notwendig, die veränderten Zellen in einem ambulanten operativen Eingriff zu entfernen. Bei Veränderungen des Muttermundes führen wir dazu die sog. loop-exzision durch. Dabei wird auf schonende Weise das veränderte Gewebe mit einem elektrischen Draht  entfernt.

Der PAP Test: Was bedeutet das Ergebnis? Die beim Vorsorgeabstrich entnommenen Zellen werden im zytologischen Labor untersucht, das Ergebnis wird in die unten angegebenen PAP Gruppen I - V eingeteilt.

PAP I + II: Alles okay, es finden sich höchstens leichte, unbedeutende entzündliche Veränderungen. Nächste Kontrolle in spätestens 1 Jahr.

PAP IIp, IIg, IIe: Geringe Zellveränderungen, meist durch leichte Entzündungen verursacht. Manchmal wird eine medikamentöse Behandlung einer solchen Entzündung empfohlen. Eine Kontrolle sollte nach 3-6 Monaten erfolgen

PAP IIIp, IIIg, IIIe: Es finden sich Zellveränderungen, die nicht ganz eindeutig zuzuordnen sind. Es kann sich um hierbei Entzündungen durch Bakterien oder Pilze handeln. Eine Kontrolle sollte kurzfristiger stattfinden.

PAP IIID: Hier zeigen sich im Abstrich leichte oder mittelgradige Zellveränderungen (Dysplasien). Das kommt gerade bei jungen Frauen recht häufig vor. Es besteht kein Verdacht auf eine Krebserkrankung! Selten kann sich ein solcher Abstrich über Jahre zu einer Krebsvorstufe entwickeln. Eine Kontrolle sollte beim PAP IIID-1 nach spät. 6 Monaten, beim PAP IIID-2 nach 3 Monaten erfolgen. Sinnvoll ist eine Kolposkopie, evtl. mit Probenentnahme.

PAP IVa: Hier findet sich eine schwere Zellveränderung (Dysplasie), das ist eine Krebsvorstufe, jedoch kein Krebs! Meist wird bei einem solchen Befund die operative Entfernung der veränderten Zellen geraten.

PAP IVb/PAP V: Beim PAP IVb ist eine Krebserkrankung nicht sicher asuzuschließen, beim PAP V sicher. Solche Befunde sind sehr selten. Bei regelmäßiger Krebsvorsorge treten sie heute in Deutschland fast nie mehr auf.